ICONIC AWARDS 2022: Inovative Interior – Die Gewinner

Frankfurt am Main, 12. Januar 2022

Die ICONIC AWARDS 2022: Innovative Interior gelten als das Trendbarometer für die Einrichtungsbranche und Entwicklungen im Interior Design. Mit den prestigeträchtigen Preisen zeichnet der Rat für Formgebung jährlich die wichtigsten internationalen Designinnovationen aus. Der gestalterische Fokus richtete sich auch in diesem Jahr vermehrt auf Produkte, die in der anhaltenden Pandemie eine besondere Relevanz erhalten. Den Aspekt veränderter Lebensumstände und eines neuen Anspruchs an den Nutzwert von Geräten, Möbeln und Raumgestaltung hat die internationale Jury in ihre Auswahl einfließen lassen. Aus den 450 Einreichungen kürte die Jury 22 Entwürfe mit der begehrten Auszeichnung »Best of Best«, 75 Entwürfe mit der Auszeichnung »Winner« und 15 Entwürfe mit »Selection«.

Die Trends des Jahres
Die ICONIC AWARDS 2022: Innovative Interior sind ein international renommierter Wettbewerb für innovative Gestaltung. Als Teil der ICONIC WORLD-Plattform des Rat für Formgebung zeigen sie jedes Jahr die wichtigsten Entwicklungen und Trends im Design und der Einrichtungsbranche auf. Maßgeblicher Bestandteil der ICONIC WORLD-Plattform ist die gezielte Verknüpfung von Architekten, Produktdesignern und Objektentwicklern mit der Einrichtungsindustrie. Für die Auswahl der Preisträger zeichnen Industriedesignerin Carole Baijings (Amsterdam), Monica Förster von Monica Förster Design Studio (Stockholm), die Designjournalistin Barbara Friedrich (Hamburg), Benjamin Wolf von Funktion Möbel (Darmstadt) und Sebastian Wrong von Established and Sons / Wrong Shop (London) verantwortlich.

Beherrschendes Thema bleibt auch bei der diesjährigen Auszeichnung die COVID-19-Pandemie. Zu ihren Entscheidungen erläutert die Jury: »Die Pandemie führt zu vielfältigen Einschnitten des alltäglichen Lebens, auf die zahlreiche Gestalter mit Visionskraft reagieren. Berufliche Meetings und private Veranstaltungen finden über Videokonferenzen statt, Online-Lieferdienste und -versandhändler leisten die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln und Waren, das digitale Angebot der Unterhaltungsmedien erreicht neue Höchststände. Mehrbelastungen und der erhöhte Stressfaktor in Arbeit und Familienorganisation gehen einher mit dem Verlust von Entspannungs-, Sport- und Freizeitmöglichkeiten, ganz abgesehen von exotischen Fernreisen oder ausgelassenen Feiern. Viele unserer Prioritäten haben sich verschoben. Wie sich dies substanziell auf die Gestaltung auswirkt, konnten wir bei der Bewertung der vielen Einreichungen zu den ICONIC AWARDS 2022: Innovative Interior erleben.«

Weitere Informationen zu den ausgezeichneten Projekten.

Smart Together
Ein Trend ist der stark gestiegene Bedarf an Hygiene-Produkten sowie neuen hygienischen Konzepten in ganz unterschiedlichen Designbereichen. Sanitärprodukte werden zu einer wichtigen gestalterischen Aufgabe und nutzen dabei smarte Technologie. Dies zeigt beispielsweise OPHARDT für ihre SanTRAL® Plus Serie mit intelligenten Seifen-, Toilettenpapier- und Papierhandtuchspender sowie Hygiene-Abfallboxen oder der elegante Spender für Desinfektionsgel, Schaum- und Flüssigseife RS11 von VOLA. Andere Unternehmen kombinieren mehrere hygienische Funktionen. So vereint Elica mit Ikona Maxxi Pure eine geräuschlose Dunstabzugshaube mit einem Luftreiniger, der für ein angenehmes, gesundes Raumklima sorgt und allergische Symptome lindert. Die GRANDIS E Küchenarmatur von SCHELL wartet mit sensorgesteuerter Bedienung auf und unterstützt dank sicherem Spülen der Warm- und Kaltwasserleitung zudem die Trinkwasserhygiene. Für den öffentlichen und gewerblichen Raum gibt es vernetzungsfähige, elektronische Armaturen – steuerbar mit dem Wassermanagementsystem SWS. Viele weitere innovative Ideen greifen auf digitale Unterstützung wie Apps, Sensorik, elektronische Dienstleistungen und internetbasierte Programme zurück, um Social Distancing-Maßnahmen zu erleichtern und Infektionsrisiken zu minimieren – mehr noch: sie werden zur Grundvoraussetzung des gesellschaftlichen Miteinanders.

Less is more
Die pandemische Lage zeigt auch auf formal-ästhetischer Ebene Auswirkungen auf die Gestaltung der Objekte, mit denen wir uns umgeben: Statt auf poppige Farben, verspieltes Auftreten, verschwenderische Materialien oder tropische Pflanzenmotive setzen Designerinnen und Designer auf kühle, gedeckte Farbtöne, eine klare Formensprache und die Reduktion auf das Wesentliche. Die neue Einfachheit arbeitet mit einer Betonung filigraner konstruktiver Strukturen und ehrlicher, dezent gestalteter Materialoberflächen. Statt überschwänglicher Geste ist ein Sinn für Understatement das Gebot der Stunde, statt postmodernem Anything Goes ist eine Rückbesinnung auf gestalterische Werte des Designs der klassischen Moderne zu verzeichnen: ein Back to Bauhaus.

Dies beweist der französische Architekt Jean Nouvel, der bei der Küche Reflect für Reform Fronten in monochromen, reflektierenden Stahl gewählt hat, die sich mit den matten, reflektierenden Oberflächen stark zurücknehmen. Die BU Series von Foshan Blue Sanitary Ware Co., Ltd. ist eine Reihe von Badobjekten, die einen konstruktiven Rahmen für eine gläserne Duschkabine sowie Griffe und Halterungen umfassen. Sie entfalten eine fast ephemere Präsenz. REFLEX² Floor von serien Raumleuchten ist auf eine filigrane Rahmenstruktur reduzierte, die intensive Stimmungen im Raum kreiert.

Homo movens 
Gleichzeitig ist der Mensch geboren, um zu wandern. Und er hat höhere Ansprüche an Mobilität, die mit Covid-19 noch gestiegen ist. Ob in der Arbeitswelt, wo Flexibilität großgeschrieben wird, über Remote Working, mit der die Winterzeit in südlicheren Gefilden in der Sonne überbrückt wird, oder das Home Office, wo der Esstisch untertags zum Arbeitstisch, das Wohn- zum Kinderzimmer wird. Auch und gerade innerhalb der eigenen vier Wände ist das Leben anpassungsfähiger geworden. Dieser Trend führt dazu, dass auch die Designobjekte hybrider werden: Funktionen werden miteinander verschmolzen, stationär wird transportabel, Auf- und Abbau ist schneller und einfacher zu bewerkstelligen, die Gestaltung der Objekte wird universaler und passt sich unterschiedlichen Kontexten an.

Zero von Alegre Design ist ein modulares Raummanagementsystem, das sich ohne aufwendige Werkzeuge aufbauen lässt und sowohl als Regal, Schreibtisch oder Garderobe funktioniert, ob im Büro, im Ladengeschäft, im Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmer. Bavul von Lea Aviani for prostoria ist ein multifunktionales Polsterobjekt, das als schlichte Couch und als Bett mit hohem Komfortanspruch dienen kann. Die batteriebetriebene qu Außenleuchte von IP44.de verlängert mit einem angenehm warmen Licht (nicht nur) laue Sommernächste und kann sekundenschnell an der Wand oder in Bäume, unter Veranda- oder Balkondecken gehängt werden.

Material Innovation 
Materialinnovation ist ein zentraler Treiber von Design: Sie kann bekannte Grenzen überwinden, zur Entstehung neuer Formen und Objekte beitragen, Kohlenstoffemissionen minimieren und damit zur Eindämmung der Klimakrise beitragen sowie das Wohlbefinden des Nutzenden verbessern. Nachhaltige Ansätze umfassen die Verwendung von organischen Rohstoffen wie Holz, welches während seines Wachstumsprozesses Kohlendioxid bindet, oder die Wiederverwendung von lokal verfügbare Materialien als Grundrohstoff für neue Designobjekte. Markantes Beispiel ist der Loungesessel PEEL von VANK, dessen Sitzschale aus wiederverwendeten Holzresten hergestellt wird. Die innovative Mikrogeflecht-Technologie ermöglicht, im Produktionsprozess Rundungen zu integrieren.

Alle Projekte der »Best of Best«-Gewinnerinnen und Gewinner.

Rat für Formgebung
Der Rat für Formgebung agiert seit 1953 als weltweit führendes Kompetenzzentrum für Kommunikation und Wissenstransfer im Bereich Design, Marke und Innovation. Mit internationalen Angeboten, Nachwuchsförderungen und Mitgliedschaften ist er Teil der globalen Design-Community und trägt seit jeher dazu bei, Austausch und Netzwerke weltweit zu etablieren. Durch Events, Kongresse, Wettbewerbe, Jurysitzungen und Expertenkreise vernetzt der Rat für Formgebung seine Mitglieder und zahlreiche weitere internationale Design- und Markenexperten, fördert den Diskurs und liefert wichtige Impulse für die globale Wirtschaft. Seinem Mitgliederkreis gehören aktuell mehr als 350 Unternehmen an.

Kontakt
Janine Wunder, Bereichsleiterin Marketing und Kommunikation
Tel +49 (0) 69 24 74 48 699
Fax +49 (0) 69 24 74 48 700
E-Mail presse@gdc.de
www.gdc.de

Zurück